iPad – Käuferprofil
Das iPad wird erwartungsgemäß sehr kontrovers diskutiert. Von abwatschen bis in den Himmel loben ist alles vertreten. Meist wird dabei der Vergleich mit der bestehenden eigenen Hardware-Landschaft gezogen.
Mit MacBook (resp. Notebook oder sogar Netbook) und iPhone oder ähnlichem Smartphone bestückt scheint wirklich kaum bedarf an einem weiteren Device. Wohnzimmertauglich ist ein Notebook, transportabel das iPhone.
Trotzdem sehe ich eine Nische, die gar nicht mal so klein ist, die man als technikaffiner Mensch gerne übersieht. Das Problem an PCs / Macs ist meiner Meinung nach schon immer, dass man als “Einsteiger” (besonders ältere Menschen) immer zuerst Lernen muss mit Maus und Tastatur an ein gewünschtes Ziel zu kommen.
Will man irgendetwas an einem PC / Mac machen, muss man selbst für die einfachsten Sachen Einweisungen erhalten, Handbücher lesen etc. Man muss sich mit beschäftigen um heraus zu finden, wie man seine Bilder verwaltet, Mails und Briefe schreibt, welche Software man noch für was nachinstallieren muss, wo man sie her bekommt und und und….
Dazu kommt, dass man bei Fehlbedienung vom Gerät (bzw. Hersteller) immer alleine gelassen wird und im besten Fall einen Bekannten ruft, der einem das wieder gerade biegt.
Ein paar Fragen, die sich dabei zwangsläufig aufdrängen sind:
1. Warum sollte man überhaupt in die Verlegenheit kommen, als Benutzer ein Gerät fehl zu bedienen?!!!
2. Warum Bedarf es immer einer längeren Einarbeitung, bis man zu einem gewünschten Ziel kommt?
3. Warum verkomplizieren Computer sämtliche alltäglichen Tätigkeiten – die sie eigentlich vereinfachen sollten (stichwort Bildverwaltung, Musik hören etc.)
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie unverkrampft hingegen Bekannte und Verwandte an die Bedienung eines iPhones herangehen. Nach wenigen Minuten herumspielens kommt jeder zu den gewünschten Zielen – SMSen, telefonieren und auch surfen im Browser sind kein Problem.
Es sind wohl 2 Aspekte, die dabei eine Rolle spielen:
1. Touch-Bedienung -> sehr menschliche Form der Bedienung
2. Programme nach dem KISS-Prinzip. Die Standard-Programme Nachrichten / Telefon usw. sind absolut auf die Kernaufgabe konzentriert – und sonst nichts. Dem “Power”-User mögen dabei einige Features fehlen – den Normalos kommt der Minimalismus aber zugute.
Die Kombination “Einfache Programme” und Touch-Bediungung wird ergänzt durch Einschränkung. Die Plattform ist abgeschlossen – von vielen als absolut negativ betrachtet, aber dadurch kann man sich als Kunde darauf verlassen, Software zu erwerben, die auf der Plattform läuft.
Wie es mir früher schon bei Palm-Geräten positiv aufgefallen ist, so kann man auch iPhone und iPod durch keine (mir bekannte) Aktion zum Totalabsturz oder sonstige unverständliche Reaktionen bringen.
Diese ganzen Aspekte machen das Gerät ideal für Menschen, die eben nicht die “Freiheit” haben wollen, alles auf dem Gerät anstellen zu können was sie wollen. Es erschließt dafür aber Kundenkreise, die vorher keine Lust und Zeit hatten, sich mit dem ganzen “Öko-System” PC bzw. Mac auseinander zu setzen.
Insofern denke ich, dass das iPad mehr noch als iPhone/iPod Menschen begeistern wird, die technisch weniger versiert sind; und gleichzeitig, werden die Kunden bedient, die die Detailverliebtheit an einem Mac schon genießen können.
Ich denke nicht, dass das unbedingt ein Erfolgsrezept von Apple alleine bleiben muss. Sollte sich Google mit Android oder alternativ dem Chrome OS auf weiteren Gerätschaften verbreiten, so wäre eine Alternative durchaus denkbar.
| Print article | This entry was posted by joachim on 1. February 2010 at 00:29, and is filed under Development, general, iPhone. Follow any responses to this post through RSS 2.0. You can leave a response or trackback from your own site. |

about 1 year ago
Genau, diese ganze Schelte, bevor überhaupt jemand das Gerät in Händen gehalten hat. Furtbar.
Und endlich denkt mal jemand an die Alten, das war höchste Zeit.
about 1 year ago
Es ist sicherlich keine Selbstlosigkeit von Apple, Kunden zu gewinnen, die man weitestgehend vernachlässigt (hat). Ich finde es nur wirklich erstaunlich, dass die bisherigen Bemühungen um Vereinfachung immer nur bei “Größere Tasten” und “dümmlicheren” Bedienoberflächen geendet ist. Da hat Apple natürlich den Vorteil, dank iPhone/iPod, bereits eine komplette Plattform mit Hardware, Betriebssystem mit einfachem Bedienkonzept und einem App-Store für einfache Erweiterung an die individuellen Ansprüche bieten zu können.